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Tourbericht Vienna Celtic RFC Old Boys 30th Anniversary Dublin Tour 2008

Das Wunder von Dublin”


 

Prolog:

Nach dem die ersten 15 Touristen sich unglaublich pünktlich fast am selben Treffpunkt pünktlich getroffen hatten, glaubten wir schon, alles lief ungewöhnlich am Schnürchen. Seamus hatte als zu spät und letzter verdient das berühmte gelbe „Wanker of the Tour“ T-Shirt übernommen, aber wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, daß er dies Kleinod nur für rekordverdächtig kurzer Zeit tragen durfte. Unser geliebter Ex-Obmann fand nämlich beim Check-In heraus, daß sein Reisepass abgelaufen war, also kein Check-In. Während die Mannschaft sich voller Tatendrang an die Bar hinter der Passkontrolle stellte, durfte der Tourmanager mit dem Gepäck des ex-Obmanns warten, ob er denn rechtzeitig einen Notpass bekommt. Warum Markus C. nicht an die Bar hinter der Passkontrolle ging bleibt bis heute ein unerklärtes Rätsel der Natur, welches in einer der nächsten Folgen von Universum erörtert werden soll. Nichtsdestotrotz, unser Ex-Obmann ist nun stolzer Besitzer eines Notpasses, und konnte rechtzeitig einchecken, und nichts stand den Flug nach Dublin mehr im Weg. Nichts? Ach so, natürlich hat der Ex-Obmann das gelbe T-Shirt stolz übernommen, und gleichzeitig eine frühzeitige Tour-Fine dafür kassiert, dass sein Notpassfoto ohne Tourhat und Pornobrille ist.


Tag 1:

Angekommen in Dublin wurden wir von Paul und Fuzzy abgeholt, die Fahrt in die Stadt war relativ ereignislos. Die Umgebung des Hotels wurde intensiv erforscht, und nach weniger als 30 Sekunden waren 16 Celten im Bleeding Horse Pub (welches wenige Tage später zum The Fucking Bleeding Horse Pub umbenannt wurde, aber dazu später) bei der Hopfenverkostung.

Am Abend haben wir das Spiel Landsdowne vs. UCD im RDS-Stadion, natürlich nicht ohne Aufwärmen im Pub vor dem Match, Entspannung zur Pause im Pub, und Warm-Down nach dem Spiel im Pub. Abends ist David aus England angekommen, und alle Sportler sind früh schlafen gegangen… Die Anderen waren eher etwas länger im Pub.

Tag 2:

Nach einem mehr oder minder ausführlichen Frühstück in der Boulangerie, mit echt un-Irischen Kaffee, aber auch Full Irish Breakfast, wurden wir vom Mini-Bus abgeholt. Fuzzy und unser neuer Celt Billy stiessen wenig später dazu, und wir waren bereit für einen Tagesausflug ausserhalb Dublin. Über Avoca, wo vor allem Harry die Hand-Webereien ausführlich bewundert hatte, und weitere Ortschaften, bis hin zum berühmten Johnny Fox’s Pub hat die Tour-Party es tatsächlich geschafft, so viel wie möglich von Irlands Landschaft zu ignorieren, und so viel wie möglich von Irlands Pub-Landschaft zu inspezieren.

Nicht unerwähnt sollte die Party Beach-Rugby bleiben, einige wenige Mutige (4) haben anschließend geprüft, ob das eh schon kleine Zumpfie im warmen Wasser der Irischen See (15°?) noch kleiner werden konnte. Es war arschkalt!


Abends wurde dann auf Organisation von John Dooly ein Greyhound Rennen im Shelbourne Stadion in Dublin besucht. Gerald stiess nur 1 Tag zu spät zur Touring Party. Nach dem Check-in im Hotel hat er sich sehr gefreut, als er Johnny’s Wasserflaschen im Zimmer vorfand, nur um nach mehreren kräftigen Schlucken fest zu stellen, daß die Flaschen die berühmten 80%-igen Herztropfen enthielten. Prost, und ein verdientes gelbes T-Shirt! Am Greyhound-Track lag übrigens die Vermutung nahe, daß Vienna Celtic Tourists mehr Geld an die Bar als im Wettbüro verspielt haben. Dabei haben sie wenigstens nichts verloren…

Anschließend sind wir alle früh schlafen gegangen.


Tag 3:

Als Tour-Manager lag die Herausforderung des Tages darin, die Touristen möglichst lange vom schwarzen Irischen Mineralwasser ab zu halten, da am Abend das erste Spiel gegen Coolmine Wildebeests RFC geplant war.

Nach einem mehr oder minder ausführlichen Frühstück in der Boulangerie, und einer Einkaufstour in der Innenstadt (Sieger Johnny und Gassi) sind wir gemeinsam zur S-Bahn-Station (DART Station) gegangen. Nachdem der Weg uns durch das Trinity College führte, haben wir natürlich unseren Tour-Fotografen Markus beauftragt, ein Foto auf dem Rugbyplatz des College zu machen. Sofort hat ein wachsamer Polizist des College uns vom Spielfeldrand angemahnt den Platz sofort zu verlassen. Da er sich aber selber sehr bewußt dessen war, dass man den heiligen Rasen nicht betreten darf, konnte er nicht zu uns, weshalb unsere Aufregung wie auch unsere Eile den Platz zu verlassen relativ stark eingegrenzt war. Das Foto sollte gelungen sein.

Die DART brachte uns nach Dun Laoghaire (sprich Dön Leerie, eh klar, oder?), wo an der Pier ein reges Treiben auf Grund einer Segelregatta war. Uns wurscht. Fuzzy traf immerhin nur 1 Stunde nach vereinbarter Zeit ein, und wir erlebten den 1. Teil von Fuzzy’s Plan uns bis zur Kick-Off Zeit von 19.30h auszulaugen: einen elendig langen Fußmarsch zum nächsten Pub, unterbrochen von einem Aufenthalt im Forty Foot Meeresbad. Diesmal waren immerhin ca. 10 Celten baden, alle verrückt! (http://en.wikipedia.org/wiki/Forty_Foot). Das Lunch wurde im Finnegan’s Pub in Dalkey eingenommen, vermutlich Fuzzy’s Stammlokal wenn er nicht gerade im Flanagan’s ist. Danach zurück zum Hotel, und ab zum Spielplatz.

Coolmine RFC (http://www.coolminerfc.com) zeichnet sich dadurch aus, daß 400! Jugendliche bei diesem Verein Rugby spielt, obwohl der Verein keine Verbindung zu einer Schule hat. Die Anlage ist für Österreich unvergleichlich, auch wenn es für Irisch Verhältnisse vermutlich nicht der größte Club ist. Und dann beginnt’s: Vienna Celtic gewinnt an diesem Abend zum ersten Mal in der 30-jährigen Geschichte ein Spiel auf Tour. Tries von Billy (2) und Paul sorgten für den 15-7 Endstand in einem sehr engen und intensiven Spiel.

Spielbericht von der Coolmine-Website:


[Coolmine Wildebeests 7-15 Vienna Celtic


Coolmine’s Veterans kicked off the new season by hosting touring Austrian side Vienna Celtic last Friday night at Ashbrook. The Wildebeests have faced teams from all over the rugby globe but this is their first time coming up against Austrian opposition. Vienna Celtic are celebrating their 30th anniversary this year with a Veterans reunion tour of Ireland. The Austrian Club compromises of about 50% “ex-pats” with the remainder of their players being local. With 30 years behind them they are in fact the oldest club in their country. They previously toured Ireland in the mid ‘90s. To learn more about their club check out www.viennacelticrugby.at

The game itself was a close affair consisting of three 20 minute thirds. Vienna were first to score after 15 minutes of play. Coolmine responded with 5 minutes of sustained pressure but failed to go into the interval with any points. However soon after the break out half Mick McDonagh scored a fine individual try to put the home side ahead 7-5. Minutes later Mick made another fine break however the final pass failed to go to hand leaving the opposition scrambling to clear their lines. Another try left Vienna leading going into the second break by 3 points. The final third remained close but it was Vienna who finished the game off touching down in the corner with the final play of the game. The Wildebeests will hope to build on what was a good opening performance in the weeks to come. Training every Tues. night at 8:00 p.m. All welcome]

Für alle, die schon so lange für den schönsten Verein Österreichs spielen, aber auch für alle Tour-Virgins war der Sieg ein unerwartetes und unglaublich schönes Erlebnis. Selbstverständlich liess aber auch die Konzentration in der 3. Halbzeit nicht nach: Sunshine Mountain, It’s a grand old team und Lion Hunter waren nur einige wenige Highlights, und auch die 3. Halbzeit ging eindeutig an die Celten. Massive Congratulations.

Tag 4:

Nun, nach dem Sieg war ein ausführliches Frühstück in der Boulangerie Pflicht. Letztendlich mußten mittels massiver Kalorien-Zufuhr die letzten Mineralwasserreste aus dem Blut entfernt werden.

Der Tag stand zur freien Verfügung, was von einigen dazu genutzt wurde, die heilige Stätte der Guinness Brewery am St. James Gate zu besuchen. Legendär bleibt auch die Odyssee zu einer Golfanlage durch 3 Touristen in Erinnerung.

Am Nachmittag stiessen Petah, Deano, Daragh und Chris zur Party. Außerdem hatte sich Big Tom auf dem Weg von Belfast nach Dublin gemacht, und beanspruchte gleich ein Doppelbett für sich.

Am Abend gingen natürlich alle früh schlafen, da nach dem anstrengenden Donnerstag Abend, und das bevorstehende Spiel am Samstag, alle fit sein wollten. Manchen provizierten die Fitness durch eine ausführlich Aufnahme von Irischem Schwarzem Mineralwasser.

Tag 5:

Nach einem mehr oder minder ausführlichen Frühstück in der Boulangerie konnten sich einige noch dazu überreden lassen, noch einmal einkaufen zu gehen. Johnny und Gassi wollten ja nicht wirklich, aber gewisse Süchte kann man halt nicht unterdrücken.

Um 12.00h wurden wir vom Minibus abgeholt, Fuzzy hatte als Spielvorbereitung zu Soup and Sandwiches in seinem Garten eingeladen. Vor allem Yvonne war richtig begeistert, 22 wohl riechende Rugby Touristen in ihrem Garten zu empfangen.

Anschließend ging es zur Spielanlage des Greystones RFC (http://www.greystonesrfc.ie/). Greystones RFC spielt auf dem höchsten Irischen Niveau, die Sportanlage ist mit 5 Rugbyplätzen, eine Tribüne im Clubhaus integriert, und von einen breiten Spielerstamm geprägt. Allerdings konnten wir schon zu Beginn feststellen, daß das Veterans Rugby in Greystones noch nicht sehr organisiert ist. Vienna Celtic mußte 4 Spieler zur Verfügung stellen, damit Greystones vollständig antreten konnte.

Und da ging das „Wunder“ in die 2. Phase. Durch Tries von Barry (3), Seamus, Lorcan und Daragh konnte Vienna Celtic den 2. Sieg auf der Tour mit einem verdienten 36-24 einfahren, und damit die erste Tour mit einem „winning record“ in der Geschichte des Vereins abschließen.


Daß die 3. Hälfte unser Eigentum war benötigt keine weitere Erwähnung.


Epilog:

Den Abschluß der Samstag-Abends Siegestaumelfeier konnten nicht mehr alle mitmachen, da einige Touristen (Autor inklusive) richtige Angst vor der Abfahrtszeit (05.15h) zum Flughafen hatten. Letztendlich sind alle wie geplant in Wien gelandet. Übrigens sollte nicht unerwähnt bleiben, daß das gelbe T-Shirt blieb zuletzt im Besitz von Petah… Welch’ Überraschung.


Die wirkliche Erkenntnis dieser siegreichen Tour ist ja nicht jene, daß Vienna Celtic jetzt plötzlich über eine wahnsinnig starke Old Boys Mannschaft verfügt, sondern daß Fuzzy und Lorcan uns Gegner gefunden haben, die den wirklichen Spirit des Sports in sich tragen, und nicht mit Spieler aus einer ersten oder zweiten Mannschaft sicher stellen, daß jedes Spiel gewonnen wird. Und wirklich erfreulich ist ja die Tatsache, daß wir am Samstag mit 24! Celten unterwegs waren, allesamt zu irgendeiner Zeit Spieler des Vereins in Wien.


Die Touristen waren: Markus C., Harry, Antonio, Thomas, Dean, Bernhard, Gassi, Seamus, David H., Markus J., Gerald, Kevin, Christian, Juppi, Johnny, David S., Dirk, Paul, Andi, Big Tom, Barry O., Fuzzy, Lorcan, Chris, Billy. Außerdem haben wir mit Barry Brennan und Gary Purcell noch weitere Celten auf Tour getroffen.


Old Boys: spätestens im Frühling sehen wir uns wieder, wenn wir Kecskemet zum 30. Geburtstag gratulieren fahren.